„Beispielhaftes Bauen“ – Auszeichnung
für Waldburger Sporthalle

von wurm – sicher gut bauen.

Sporthalle in Waldburg aus der Feder von wurm architektur
Die Sporthalle in Waldburg aus der Feder von wurm architektur macht nicht nur einen guten Eindruck: Sie wurde 2016 mit dem Prädikat „beispielhaft“ der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet und gerade mit einer diesbezüglichen Plakette ausgezeichnet. (Foto: Ernst Fesseler)

Waldburg/Ravensburg – Eine ganz besondere Auszeichnung wird am Dienstag, 23. Mai 2017, um 11 Uhr, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Die Sporthalle in Waldburg wurde 2016 im „Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen Landkreis Ravensburg 2010–2016“ genannt und ist somit „beispielhaft“ im Sinne der Architektenkammer Baden-Württemberg. Am 23. Mai wird feierlich und mit einem Stehempfang eine Plakette an der Sporthalle angebracht.

Mit dem Prädikat „beispielhaft“ zeichnet die Architektenkammer Baden-Württemberg „gute“ Architektur im Land aus. Dabei geht es den Verantwortlichen vor allem darum, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass gute Architektur in erster Linie nicht auf Geldeinsatz zurückzuführen ist, sondern auf ein „Mehr“ an geistigem Aufwand und Engagement, das Architekten und Bauherren gleichermaßen leisten. 2017 ist die dazugehörige Wanderausstellung auf Tour in der Region und macht am „Tag der Architektur“, dem 24. Juni, auch in Waldburg halt. Zur Entstehungsgeschichte der Sporthalle Waldburg gibt es einiges zu erzählen.

Die Gemeinde Waldburg stand 2009 vor der Aufgabe, die aus den 1970er-Jahren stammende Turn- und Festhalle neu zu denken und zu bauen. Denn sie entsprach nicht mehr den Ansprüchen des umfangreichen Vereinssports und der weiteren, intensiven Nutzung durch die Vereine. Gleichzeitig hatten sich die Anforderungen im Schulsport geändert. Zahlreiche Stimmen, auch und vor allem aus der Bevölkerung, gaben schließlich den Anstoß für die Planung einer bedarfsgerechten neuen Sporthalle. Durch eine Bedarfsermittlung des Teams von wurm architektur aus Ravensburg wurde der Bedarf an Sportfläche und Hallengröße auf 27 mal 36 Metern ermittelt, davon ein bespielbares Feld mit 22 mal 36 Metern und einer Nutzfläche von 1205,65 Quadratmetern. Die Architekten von wurm architektur aus Ravensburg stellten verschiedene städtebauliche Ansätze zur Erweiterung vor. Die Entscheidung der Gemeinde Waldburg fiel schlussendlich auf die jetzige, nordseitige Positionierung vor den Bestandsbauten. „Das war die richtige Entscheidung“, sagt Bürgermeister Michael Röger rückblickend.

Das neue Gebäude, als reine Sporthalle konzipiert, versteht sich als Ergänzung im Bildungscampus in Waldburg. Es erfüllt seit seiner Eröffnung im September 2015, nach 18 Monaten Bauzeit und einer Vier-Millionen-Investition, alle Anforderungen an die sportlichen Aktivitäten der Gemeinschaftsschule sowie der Sportvereine Waldburgs.

Die Sporthalle Waldburg wurde 2016 ausgezeichnet, beispielsweise wegen ihrer durchdachten Positionierung auf demselben Niveau wie die bestehende Turn- und Festhalle. Damit eröffnete sich ein neuer Zugang zu beiden Bereichen. Gleichzeitig erfüllt sie heute die Anforderung der Barrierefreiheit mit einem Aufzug und löst Kapazitätsmängel durch ein großzügiges Raumangebot und zeitliche Doppelverfügbarkeit. Ein durchgängiges Material- und Farbkonzept ergänzt den farblich vorhandenen Themenkomplex der ebenfalls sanierten Schule und reagiert auf die Anforderungen aus Schule und Sport. Die Jury der Architektenkammer meinte: „Auch im Inneren ist die architektonische Sprache gegenüber der primären Anforderung, weitere großzügige Sportflächen für Schulen und Vereine zu schaffen, sehr angemessen gewählt.“

Eine 1/3 zu 2/3 Teilbarkeit, großzügige Geräteräume und vier getrennte, aber koppelbare Umkleidebereiche, ermöglichen hohe Flexibilität in der Nutzung. Eine große nordseitige und damit blendfreie Glasfassade begrüßt jeden Besucher, und bietet so interessante Ein- und Ausblicke. Auch der Bereich Ökologie wurde nicht aus den Augen gelassen. So gibt es dank durchdachter Baukörperzonierung und Neigung des Hauptdaches in Richtung Süden eine große, optimal orientierte Fläche zur Nutzung mit Photovoltaikanlagen.

Über das Anbringen der Plakette freut sich Architekt Frieder Wurm besonders: „Bei diesem Projekt haben wir nicht nur beispielhaft gebaut, sondern auch gemeinsam mit der Gemeinde Waldburg beispielhaft zusammengearbeitet. Und die Plakette zeigt uns, dass diese Zusammenarbeit auch für die Zukunft beispielhaft bleiben wird.“